MÜNCHNER STADTSCHREIER

STADTFÜHRUNGEN AUF AUGENHÖHE & MIT EINEM AUGENZWINKERN

Seit dem Jahr des Herrn 1330 hält München sich einen Ausrufer, der seinen Bürgern das wichtigste Tagesgeschehen und die neuesten Gesetze mit lauter Stimme und würdevollem Auftreten nahe bringt. Dieses wichtige Amt, bekleidet vom Münchner Stadtschreier Ruprecht von Bogen oder seinem Eheweib Elisabeth von Andechs (wenn der gute Ausrufer mal wieder heiser ist oder zuviel vom guten Märzenbier erwischt hat), bringt es mit sich, dass man alle Großen der Stadt und auch der mittelalterlichen Welt kennen lernt: Kaiser und Herzöge, Bischöfe und Braumeister, Bürger und Bettler.

So bringen sie in ihren Erzählungen ein längst vergangenes München in die heutige Zeit - eine Stadt, zerrissen im Streit der Ratsherren und Herzöge, verheert von Aufständen, Bränden und Seuchen, geprägt von Frömmigkeit und Fanatismus. Vom ehemaligen Sitz der Herzöge aus geht es durch das Heinrichsei innerhalb des ersten Mauerringes, vorbei an den Relikten aus vergangenen Tagen, den Überresten von Toren, Mauern, Patrizierhäusern, Türmen und Klosteranlagen, die im heutigen Stadtbild kaum noch auffallen. Unterwegs hört Ihr vieles vom Schicksal der kleinen und großen Leute, die "ze de Munichen" einst lebten, und deren Freuden und Leiden gar nicht so weit weg sind, wie man vielleicht meinen mag. So war auch schon in damaliger Zeit der Marienplatz ein Ort der Festlichkeiten und ausgelassenen Gelage, an dem aufgespielt und getanzt wurde, an dem sich die Sieger sportlichen Ringens feiern ließen und auf dem bei einem Fest im 16. Jahrhundert vier mal mehr Ochsen gebraten und verspeist wurden als auf dem letzten Oktoberfest.

Nicht nur die heutige Polizei musste sich mit närrischem Treiben und behördlichem Wildwuchs herumschlagen, auch ihre Vorgänger in der Garde und bei den Zirkern mussten bereits damals die ersten Bauvorschriften durchsetzen und gegen betrügerische Marktleute, Quacksalber und fremde Umtriebe vorgehen - ebenso hatten die Münchner auch damals schon ihre ganz eigenen Methoden, sich gegen die Obrigkeit zur Wehr zu setzen - entweder mit ihrer Schlitzohrigkeit oder ihrer Spießbürgerlichkeit.

Der Stadtschreier erklärt Euch gerne warum man im alten München auch mal "über die Stränge schlug", am Markt am Besten "alles in Butter war", am Stadttor unbedingt ein "Erbsenzähler" im Dienst sein musste, warum man keine Karte brauchte wenn man "immer der Nase nach" ging und warum eine Sache besser "Hand und Fuss hatte", wenn man nicht auf die Mildtätigkeit anderer angewiesen sein wollte. Von den Herzögen am Alten Hof, über Turnierspektakel und Markttreiben an der Schranne, führt unser Weg über das Zunfthaus der furchtlosen Bäcker hin zur Wirkstätte betrügerischer Zahnbrecher, geldgieriger Salzsender und Patrizier und zu einem Kloster, das damals noch im Grünen lag und für das Seelenheil und das körperliche Wohl der Münchner sorgte. Ein weiteres Kloster ganz in der Nähe liegt uns auch noch am Herzen, da dort den braven Bürgern die Zeit im Fegefeuer verkürzt wurde, dank des Andechser Gnadenschatzes.

Nach soviel mittelalterlichem Treiben zieht der Stadtschreier gerne vor Euch den Hut und wandert wieder zurück in die Nebel der Vergangenheit, um weiterhin die Irrungen und Wirrungen der herzöglichen Haupt- und Residenzstadt München amüsiert zu betrachten und mit spitzer Zunge zu kommentieren.

Fama crescit eundo!

(Das Gerücht wächst mit seiner Verbreitung! - Vergil)



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Mit dem Stadtschreier durch die Nacht

>>Führungen>>Mit dem Stadtschreier durch die Nacht -

Kulinarische Kostümführung - auf einen Blick:

  1. =>Stadtschreier & Edeldame geben sich die Ehre

  2. =>Zwischen Altem Hof & Anger

  3. =>Herzöge, Patrizier & Salzsender

  4. =>Turnierspektakel & Tanzwut

  5. =>Quacksalber & Zahnbrecher

  6. =>Stadtbrand & Ohrwaschl

  7. =>Klosterzucht & Gnadenschatz

  8. =>Treffpunkt: Rindermarkt, Löwenturm