MÜNCHNER STADTSCHREIER

STADTFÜHRUNGEN AUF AUGENHÖHE & MIT EINEM AUGENZWINKERN

Im Jahre des Herrn 1318 findet sich zum ersten mal in der Stadtchronik eine Erwähnung des berüchtigsten Stadtdieners - des Iugulus, Carnifex oder Nachrichters, besser bekannt als der Henker von München.

Aus der illustren Schar der Unehrlichen laden Sie Scharfrichter Meister Bernwart oder sein Weib Magdalena ein zu einem abendlichen Spaziergang der anderen Art. Vom ehemaligen Henkershaus geht die Reise durch die blutigsten Geschehnisse der Stadtgeschichte zurück zu Galgenhügel, Schädelstatt und Schergenkammer. Der Meister macht Sie vertraut mit seinen Handwerksmethoden, erklärt Ihnen wie man fachgerecht einen Verurteilten vom Leben zum Tode bringt und zeigt Ihnen wo er sein blutiges Handwerk verrichtet. Er plaudert aus dem Nähkistchen von verpfuschten Hinrichtungen, vermeintlichem Hexentreiben und einer Obrigkeit, der Machterhalt wichtiger war als Gerechtigkeit. Aber auch ganz Alltägliches kommt zur Sprache. Wie verdient man als Henker sein täglich Brot, vor allem wenn der Dienstherr mal wieder Geld sparen will und somit versucht die Abdecker und Scharfrichter gegen einander auszuspielen. Wer kümmert sich um die sterblichen Überreste der Selbstmörder und wer profitiert von deren Leid?

Was ist dran an Kleiderordnungen und Umgangsverboten mit den Unehrlichen und hat sich ein waschechter Henker wirklich vorschreiben lassen, wo er sich im Wirtshaus zu setzen hat und mit welchem Tuch er sich zu kleiden hat?

An dieser Stelle sei es schon mal verraten - Meister Bernwart und seine Standeskollegen haben herzlich gepfiffen auf derartigen Unfug. Die Münchner Nachrichter waren ihren Wurzeln treu und haben sich nie gängeln lassen vom Rat der Stadt oder dem Herzogshaus, auch wenn derartige Freigeisterei oft ihre eigenen Probleme mit sich brachte, die sich häufig auf die Börse nieder schlugen.

Mit dem Aberglauben der Leute ließ sich aber unter der Hand auch immer gutes Geld verdienen. Wer im Tageslicht dem Henker finstere Blicke zuwarf und vor seinen Nachbarn schlecht über ihn redete, kam gerne nach Einbruch der Dunkelheit zum Henkershaus, um heimlich gebrauchten Galgenstrick, Alraunwurz oder Totenhaar zu erwerben oder um sich seine gebrochenen Gliedmaßen vom Henker wieder einrenken zu lassen. Bis es den Herzögen 1435 zu bunt wurde, hatte der Scharfrichter sich auch noch mit den gefallenen Dochterlein, den Stadthuren, herum zu schlagen und als Hurenmeister die Aufsicht im Gewerbe zu führen - ein Zubrot, das deutlich weniger gern gelitten war als man vielleicht meinen möchte.

Doch das Recht hatte seinen Lauf zu nehmen, ob zur Gerechtigkeit oder nur zu deren Schein. Wer einmal in den Lochgefängissen des Rathauses einsaß und darauf wartete vom Hacher der peinlichen Frage unterworfen zu werden, hatte oft sein Leben verwirkt. Nach der schweren Tortur wird's dem Meister oft selbst schwer ums Herz und er sinniert darüber nach, ob wahrlich jedes Mittel recht ist, um ein Geständnis zu erlangen. So mag er Ihnen erzählen vom traurigen Schicksal zum Tode verurteilter Sattlergesellen, Baderinnen, Pappenheimer und Verfemter, deren einziges Verbrechen oftmals nur war als arme Schlucker und Hundsfötte geboren worden zu sein.

Lauschen sie dem Meister ruhig und hoffen Sie, dass dies nicht auch Ihr letzter Gang wird!



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Mit dem Henker zum letzten Gang

>>Führungen>> Mit dem Henker zum letzten Gang -

Kostümführung - auf einen Blick:

  1. =>Mit dem Henker unterwegs (oder seinem Weib)

  2. =>Zwischen Henkershaus & Lochgefängnis

  3. =>Hinrichtungen & Körperstrafen

  4. =>Kleiderordnung & Umgangsverbot

  5. =>Aberglaube - Galgenstrick & Totenhaar

  6. =>Gerechigkeit & peinliche Frage

  7. =>Pappenheimer & Hundsfötte

  8. =>Treffpunkt: Sendlinger Tor, Torbogen